Vollformat oder Systemkamera? Die Olympus OM-D E-M1 (Teil I)

OM-D

The new baby…

Noch ein Review zur E-M1 werden sich manche fragen. Sicher, das Netz ist voll von Berichten und Videos. „Unboxing“ und „First View“, ausführliche Menübeschreibungen und tolle Fototricks mit der OM-D E-M1, Test der Wetterfestigkeit und und und… All das werdet Ihr hier nicht finden, hier geht es um meine Erfahrungen, also sinnlich wahrnehmbare Eindrücke, die bei jedem anders sind. Dieses Review nützt Euch, wenn meine Fragen, Prioritäten und Parameter auch Eure sind, bzw. Euch interessieren, denn dann habe ich für Euch „vorgefühlt“ und meine Eindrücke aufgeschrieben. Im Idealfall werdet Ihr das dann genauso oder ähnlich empfinden, wenn Ihr die Kamera nutzt. Wenn für Euch völlig andere Dinge wichtig sind, dann beschreibe ich hier für Euch Irrelevantes. Deswegen möchte ich Euch kurz offenlegen, wie ich dieses Review angelegt habe: Ich suchte eine kleine, leichte Kamera, die mir das Fotografieren erleichtert und es mir ermöglicht, mich auf mein Motiv und die Kommunikation mit Model oder Brautpaar zu konzentrieren. Eine Kamera, die sich klein macht und einfügt, die mich entlastet ohne mich zu entmündigen und die ich immer gerne dabei habe, um Fotos zu machen, die ich sonst nicht machen würde. Ich weiß, dass eine solche Kamera Einschränkungen gegenüber meinen beiden Vollformat-Boliden mit sich bringt, ich war für mich auf der Suche nach dem richtigen Kompromiss zwischen Bildqualität und „Downsizing“ bei meiner Art zu fotografieren und bei meinen fotografischen Themen: Hochzeiten und People ohne großes Blitzgedöns, leichte entspannte Fotografie ohne große Technik. Die Leitfrage dieses -meines- Reviews lautet: Ist die E-M1 dafür die richtige Kamera?

Ich gestehe: irgendwann habe ich den Menüpunkt gesucht, wo man die Kamera von „Olympus“ auf „Leica“ umstellen kann. Denn es gibt an dieser Kamera nichts, was man nicht umstellen kann. Noch suche ich den Punkt, es muss ihn geben…

Und ich gestehe noch etwas: Ich tue heute Dinge, die ich früher rundheraus abgelehnt habe: Knipsen über das Display: Pfui!!! Auslösen mit einem Tip auf dasselbe: Eklig!!!! Vertrauen auf die Gesichtserkennung: Dilettantisch!!!!

Aber von vorne:

Ich fotografiere seit Jahren vor allem Hochzeiten, in letzter Zeit auch verstärkt Porträts, immer mit Kameras von Canon. Zur Zeit nutze ich die EOS 5D Mark III, die EOS 6D als Backup mit einem Objektiv-Line-up, das neben den Zooms 24-70, 2.8 und 70-200, 2.8 vor allem die klassischen Festbrennweiten (35er, 50er, 85er, alle f 1.4) sowie ein Makro und Blitzgedöns umfasst.

Anfangs hatte ich immer alles dabei, aus Angst, irgendwann etwas zu vermissen und „das“ Foto nicht zu machen, weil ich das richtige Objektiv nicht dabei hatte. Ich habe inzwischen gelernt, dass man „das“ Foto nicht deswegen nicht macht, weil man das richtige Objektiv nicht dabei hat, sondern weil man das Motiv nicht sieht, weil man gerade in der Fototasche nach dem richtigen Objektiv sucht. Seitdem rüste ich konsequent ab. Meist habe ich bei meinen Reportagen nur eine Kamera mit einer Festbrennweite dabei (meist das Sigma 35 1.4. ART), zum Paarshooting darf auch das Sigma 85 1.4. mit. Ansonsten zählt: Weniger ist mehr.

Nach 12 oder 14 Stunden Hochzeitsreportage spürt mein nicht mehr ganz junger Stahlkörper jedes Gramm sowohl am Bauch, als auch in der Hand. Die 5DIII wiegt mit Standardzoom 24-70 genau 2,4 KG, mit Blitz oder gar mit dem 70-200 reiße ich locker die 3 Kilo-Grenze. Wer schon mal drei Liter Milch über einen riesengroßen Supermarktparkplatz geschleppt hat und das mal auf einen ganzen Tag hochrechnet, weiß, was das bedeutet. Deswegen bin ich seit einigen Monaten auf der

Suche nach einer neuen „Spiegellosen“

Der Gedanke, mich von meinem Vollformatsystem zu trennen, kam mir immer mehr, als ich Paddy von Neunzehn72 immer wieder von seinen OM-D’s schwärmen hörte. Paddy ist erfrischend uneitel, seine Kameras müssen funktionieren und liefern, nicht protzen. Immer häufiger ließ er seine Nikons im Schrank und zog mit den kleinen Systemkameras los. Seine Ergebnisse und Berichte brachten mich dann ins Grübeln. Ergänzt durch zahlreiche Berichte, auch von Hochzeitsfotografen, die ganz oder teilweise umgestiegen waren, hatte ich irgendwann eine Vorstellung, was für Nach- und Vorteile ein solcher Wechsel mit sich bringen würde. Ich wollte es wagen, konnte mich aber nicht entscheiden:

Olympus OM-D E-M1 oder Fuji X-T1?

Offenbar eine Frage, die sich viele stellen, immer wieder auch ergänzt um einen Blick auf die Vollformat-Sonys. Letztere kamen wegen der schweren Objektive für mich nicht in Frage, das hatte ich ja alles im Schrank. E-M1 und X-T1 sind in meinen Augen die wirklichen Kandidaten, wenn es um den Abschied vom Vollformat geht. Früher verlacht wegen unterirdischem Rauschverhalten, schlechten elektronischen Suchern und anderen Einschränkungen, treffen wir diese beiden Modelle der Gattung „Systemkamera“ immer wieder auch in den Kamerataschen ambitionierter Fotografen an. Ich habe ewig recherchiert, mich optisch total in die X-T1 verliebt und war auch vom X-Trans-Sensor im APS-Format angetan. Letztlich habe ich mich dann doch für die E-M1 entschieden und zwar aus folgenden Gründen:

  • Blitzsynchronzeit 1/320
  • schnellste Verschlusszeit 1/8000
  • 5-Achsen Bildstabilisator
  • Schwenkbarer Monitor mit Touch-Auslösung und
  • ja: der kleinere Sensor, dazu später mehr.

Für mich aber letztlich fast noch wichtiger: Das Objektivangebot im MFT-Bereich (Olympus, Panasonic, Sigma) und die Preise dafür. Um mein Canon-Objektiv-Line-up auch an der neuen Kamera zur Verfügung zu haben, hätte ich bei Fuji deutlich mehr Geld ausgeben müssen, auch wenn die Kamera etwas günstiger gewesen wäre. Zwar hat Fuji mit dem 56 1.2. auch ein Schätzchen im Portfolio, aber letztlich liegen die von mir anvisierten Linsen preislich bei MFT immer deutlich unter denen von Fuji. Die Fuji ist sicher auch eine großartige Kamera, vermutlich mit dem etwas besseren Rauschverhalten, sie liegen wirklich dicht beieinander, ich habe mich nun für die Olympus entschieden und zwar für den

Kauf im Fachgeschäft

Es gehört eigentlich nicht in ein Review, aber ich bin ein „umgekehrter“ Kunde: Ich mache mich im Netz schlau und gehen dann zum Fachhändler. Ich glaube, wir brauchen den Fachhandel, ich bin kein Freund mehr von Amazon und ich mag es, wenn man mir etwas im Preis entgegenkommt, und wenn es nur wenige Euro sind, wie in diesem Falle. Hier gab es ein Angebot für die Oly, das neue 12-40 2.8. PRO und einen Batteriehandgriff für unter 2000,- €. Auch wenn ich langfristig auf Festbrennweiten umstiegen will, habe ich erst mal das Zoom genommen, denn in den Urlaub will ich nur eine feste Kombi mitnehmen. Dann brauche ich es ohnehin. Olympus hat seine Händler und Preise offenbar fest im Griff, denn an den Preisen hat sich lange gar nichts getan, seit ich diese im Netz verfolge. Auch hier ließ sich an dem Paket nichts mehr drehen, wie mir die freundliche Dame plausibel erklären konnte. Dafür kam sie mir beim Zweit-Akku minimal entgegen. So geht Einzelhandel.

Meine ersten Erfahrungen

Ich habe die Oly jetzt ein paar Wochen und möchte Euch meine Erfahrungen schildern. Für mich war es ein Sprung ins kalte Wasser: Ich fotografiere seit Jahren immer mit Canon und kenne diese Kameras. Sie sind über alle Zweifel erhaben: Tolle Bildqualität, großartige Linsen (in letzter Zeit immer mehr von Sigma, liebe Canon-Leute…).

Ich kenne Olympus nicht, alle Menüs und Knöpfe sind neu: Die mentale Hürde, die die Kleine nehmen musste, um mein Herz zu erobern, war also recht groß, zumal sich dort meine beiden Canonen schon gemütlich eingerichtet hatten. Nach den ersten Tagen, als ich nochmal schnell bei meinem Fotoladen war, um mir das sensationelle 45 1.8 Porträtobjektiv zu holen, fragte mich die Händlerin, wie ich mit der Kleinen denn klarkäme. „Ich glaube, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ war meine Antwort. Dabei ist es bis heute geblieben. Ich fotografiere leichter, sorgloser, weniger angestrengt. Die Oly macht das schon. Ein tolles Gefühl, das ich im Folgenden etwas begründen möchte.

Haptik

Dazu gehört für mich das Gewicht. Ich habe gerade mal die Küchenwaage abgestaubt und zwei Kombis gewogen, die formal die gleichen Daten haben: Kamera mit 24-70 2.8 und Batteriegriff mit zwei Akkus: 5DIII mit 24-70mm und E-M1 mit 12-40mm. Das Ergebnis: 2400 Gramm gegen 1152 Gramm. Natürlich werden viele sagen, dass dies ja zwei völlig unterschiedliche Systeme mit ganz unterschiedlichen optischen Leistungen seien, völlig unvergleichbar und daher unzulässig. Ja, genau das ist die Frage, auf die ein solcher Vergleich hinausläuft: Ist mir die Gewichtsersparnis von über 50% die Einschränkung bei Bildqualität und in der Bedienung wert? Denn natürlich erkaufe ich mir das kleinere Gewicht mit anderen Einschränkungen, das ist völlig unstrittig. Die Frage ist, ob ich im Alltag mit den Einschränkungen leben kann? Hier ein paar Fotos zum Größenvergleich Canon 5DMarkIII und OM-D E-M1:

Aber zurück zur Haptik: Die Kamera ist absolut hochwertig gemacht, tolle Verarbeitung, sie liegt gut in der Hand, auch wenn die Größe natürlich Einschränkungen bei der Griffigkeit mitbringt. Den Batteriegriff, den ich anfangs für entbehrlich hielt, habe ich inzwischen doch zu schätzen gelernt: mein rechter kleiner Finger hing vorher etwas in der Luft. Allerdings sitzt sein Druckpunkt etwas anders und ist schwammiger als am normalen Auslöser, das finde ich bei einem Preis von über 200,- € etwas mau.

Die Frage, ob die Rädchen und Knöpfe sinnvoll belegt sind, erübrigt sich, denn alles lässt sich umstellen: Belegung, Drehrichtung. Alles. Nach etwas Gewöhnung und Anpassung lässt sich die Kamera wirklich gut bedienen. Die vielen Knöpfe lassen sich mit verschiedenen Funktionen oder auch kompletten Einstellungssets (4 Stück möglich) belegen, wobei ich mir für letztere ein paar Platzhalter auf dem Wahlrad gewünscht hätte. Die Einstellung für „Brautpaar zieht im Gegenlicht in stockdunkle Kirche ein“ auf den Videoauslöser zu legen, ist keine soooo elegante Lösung…

Im Internet kursieren ohne Ende Videos, in denen mehr oder minder ausführlich, unterhaltsam und kompetent die zahlreichen Menüs, Displayanzeigen der Oly erläutert werden, das spare ich mir hier. Einige Dinge will ich jedoch hervorheben:

Der Bildstabilisator

Er wirkt! Und wie! Ich mache keine Testreihen und werfe die Kamera nicht im Dunkeln durch die Luft, aber seit ich die Oly habe, schaue ich nicht mehr ständig auf die Belichtungszeit. 1/30? Kein Thema! 1/15? Her damit! 1/8? Klaro!! Das entspannt sehr. Das folgende Bild im Hamburger Rathaus habe ich mit einer 1/25 Sekunde aus der Hand gemacht, es wäre sicher auch noch darunter gegangen. Für mich eine Erleichterung, weil ich mich kaum mehr um diese Größe kümmere: Ich gehe davon aus, dass es einfach passt, wenn ich nicht gerade im Dunkeln mit Blende 11 fotografiere. In einem sehr weiten Rahmen muss ich mich um die absoluten Belichtungswerte kaum mehr kümmern, sondern nur noch um Gestaltung. Für mich die Erleichterung, die ich mir wünsche.

Rathaus

Rathaus, t= 1/25

 

Der Sucher

Er wird ja als Wunderwerk beschrieben, fast so wie ein Vollformatsucher oder sogar besser. Bei aller Begeisterung: Nein! Es ist ein elektronischer Sucher mit all der Künstlichkeit, die ein solcher Sucher hat. Er ist gut zur Bildkontrolle, aber ich weiß, dass das anschließende Bild deutlich besser wird. Ein optischer Sucher ist ein optischer Sucher ist ein optischer Sucher. Daran ändern auch Milliarden von Pixeln nichts, die sich im Okular drängeln: es ist ein künstlich erzeugtes Abbild dessen, was sich vor dem Objektiv abspielt. Damit ist er schlechter als ein optischer Sucher. Aber er ist besser, weil er mir mehr Informationen über das fertige Foto liefert: Er zeigt mir genau die Belichtung, die auf dem Sensor landet und das ist ein Riesenvorteil: Ich korrigiere die Belichtung auf Sicht und nicht auf Verdacht. Großartig! Bei der Canon nutze ich die Belichtungskorrektur auf Verdacht nach der Helligkeitsverteilung im Motiv, löse aus, überprüfe auf dem Display, korrigiere, setze neu an und löse erneut aus. Bei der Oly schaue ich durch den Sucher, drehe am Rad, bis es passt und löse aus, fertig. Das Bild hier ist ein Ergebnis dieses Prozesses.

Lena

Lena

Ich habe für mich das Gefühl, kreativer zu werden, weil ich schneller sehe, was ich fotografiere. Es gibt keine „richtige“ Belichtung mehr, sondern nur noch „meine“ Belichtung, die ich sehr unmittelbar wahrnehme. Für mich ein klares Plus, dass die geringere Qualität des Suchers ausgleicht: Ich weiß, dass das Bild am Ende besser aussieht, als im Sucher. Etwas störend: Das fertige Bild bleibt im Sucher stehen, solange wie man es eingestellt hat. Da ich von meiner DSLR gewohnt war, ein paar Sekunden das Bild zur Kontrolle auf dem Display zu haben, habe ich diese Zeit auch an der Oly eingestellt. Fehler! Erst beim erneuten Druck auf den Auslöser verschwindet dann das Bild. Dadurch hatte ich immer noch das gemachte Foto im Sucher und nicht mein aktuelles Motiv. Ich sah also nicht, ob und wie mein Model meine Anweisungen umsetzte, weil ich noch das letzte Bild im Sucher sah. Also besser die Werkseinstellung von 0,5 Sekunden so lassen.

Autofokus

Ja, er ist schnell und sitzt. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Ein großer Vorteil der Systemkameras ist, dass sich die AF-Felder über das ganze Sichtfeld erstrecken, meine DSLR sind doch sehr „mittenzentriert“. Die AF-Felder sind mit dem Steuerkreuz schnell verschoben, auch wenn ich den Joystick meiner 5DIII etwas vermisse, zumal im Hochformat ist das Kreuz schlechter zu erreichen. Was mich überrascht, wie großen Spaß es macht, manuell zu fokussieren. Ich hasse das normalerweise und würde mir nie ein Objektiv kaufen, das nur manuell fokussiert (Tschüss, Zeiss Otus…). Die E-M1 hat Focus-Peaking, sie zeigt Euch die gerade scharfen Kanten an und vergrößert auf Wunsch das Sucherbild. Es geht wirklich super und macht Spaß, zumal wenn der Sucher im Dunklen schön hell ist. Wirklich klasse. Den Continous-AF habe ich nicht wirklich getestet, da ich keinen Sport fotografiere, ein kurzer Test mit meinem Model hat bei gutem Licht aber vernünftige Ergebnisse gebracht. Und dann hat man ja noch die

Gesichtserkennung

Ich gebe zu, so etwas finde ich ganz Pfui! Spielkram für Kompaktkameras, genauso wie Lächelautomatik und Motivklingel. Inzwischen gestehe ich: Wenn die Kamera tatsächlich mein Model erkennt und auf das Gesicht scharfstellt und dabei noch zwischen linkem und rechtem oder dem der Kamera zugewandten Auge unterscheiden kann, was soll ich dann noch manuell den Fokuspunkt setzen? Ich habe bei meinem ersten Shooting nach anfänglichem Zögern der Automatik das Fokussieren überlassen und war positiv überrascht: Passt und sitzt. Ich muss mich weniger kümmern: Entlastung, Entspannung. „Kümmere Dich mehr um Dein Model, um Dein Motiv“, sagt meine innere Stimme. Und ich folge ihr jetzt. Und dann war da ja noch die

Tärfenschiefe, äh, Schiefentärfe

Na ja, halt dieses Freistell-Dingens. Da gibt es ja wilde Theorien über die Unfähigkeit der MFT-Sensoren, ordentlich freizustellen. Rein technisch ist da was dran, aber: Wenn ich mit Vollformat, dem 85 1.4 bei Offenblende formatfüllend eine Porträt mache, habe ich vom Fokuspunkt etwa 1-2 cm Schärfetiefe in jede Richtung. Wer hier nicht absolut sauber arbeitet, liegt schnell daneben. Ich habe mich schon häufig darüber geärgert, wenn Braut und Bräutigam nicht in einer Schärfeebene lagen und ich aus irgendwelchen Gründen offenblendig fotografiert habe: Einer ist unscharf. Manchmal ist das Freistellungspotential von Vollformat auch überbewertet, und wird genau wie ISO-Fähigkeit, Pixelzahl oder Anzahl der AF-Kreuzsensoren rein technisch und nicht gestalterisch diskutiert. Dass meine Kamera-Objektiv-Kombination die Schärfentiefe auf wenige Millimeter reduzieren kann, mag für den Makro-Fetischisten wichtig sein, für viele andere ist es eine völlig überflüssige Fähigkeit. Durch die etwas größere Schärfentiefe des MFT-Sensors sitzt der Fokus besser und gestalterisch sind die Einbußen minimal. Das folgende Bild ist bei f 1.8 gemacht, was wohl ca. f 3.2 am Vollformat entspricht. Ich finde, da kann man nicht meckern, mehr Freistellung wäre kaum sinnvoll. Wie Paddy von Neunzehn72 schon mehrfach ausgeführt hat, hat dies auch einen grundsätzlichen Vorteil: Ich muss, um eine größere Schärfentiefe zu erreichen, bei MFT nicht abblenden, mir steht an lichtstarken Objektiven die Lichtstärke also voll zur Verfügung. So herum muss man es auch mal sehen. Als jemand, der beides hat, sage ich aus vollem Herzen: Die Schärfentiefe und Offenblendtauglichkeit der MFT-Sensoren ist absolut alltagstauglich. Deswegen war der kleine Sensor für mich ein Kaufargument gegenüber dem APS-C der Fuji X-T1. Ich habe mich sehr bewusst für diesen Sensor entschieden.

Lena

Lena, f 1.8

Bedienung

Wie gesagt: Ich suche noch nach dem Knopf zum Umschalten auf „Leica“. Die Oly lässt sich in einem Maße individualisieren, das mich überfordert. Grundsätzlich ist das Konzept durchdacht und praxisnah, die wichtigsten Funktionen sind schnell erreichbar. Wer die Kamera hat, sollte als erstes das Super Control Panel einschalten, das leider standardmäßig ausgeschaltet ist. Es ist eine Art „Quick-Menü“ mit Zugriff auf die wichtigsten Parameter im Sucher und im Display. Damit ist die Kamera schnell steuerbar. Wer von anderen Systemen kommt, muss sich ein bisschen umgewöhnen, aber ich fand es überraschend intuitiv, zumal sich die Tastenbelegungen und Drehrichtung beliebig umkonfigurieren lassen. Ich habe mir so etwas Canon-Feeling auf die Oly geholt. Die Sucher-Darstellung lässt sich in verschiedenen Layouts anzeigen, Werte können ein- und ausgeblendet werden etc. etc. Wer sich die Kamera zulegt, sollte ein paar Tage auf die Menüs verschwenden. Da die deutschen Übersetzungen nicht immer ganz plausibel sind, habe ich die Kamera auf englisch gelassen, das funktioniert wirklich gut. Etwas nervig sind die ständig aufpoppenden „Hilfstexte“ im Menü, aber auch das habe ich inzwischen abschalten können. Im Display und Sucher könnt Ihr Euch alles anzeigen lassen, was Ihr möchtet: Gitter, Clipping, Wasserwaage, Wetterbericht und Histogramm. Ich persönlich stehe eher auf ein aufgeräumtes Sucherbild.

Die Oly nimmt im Format 4:3 auf, in meiner DNA ist aus DSLR-Zeiten aber offenbar noch 3:2 gespeichert: Ich merke, mir liegt diese 4:3 nicht wirklich, ich fotografiere, als wäre es 3:2 und habe dann sinnlose Bereiche im Bild. In Lightroom habe ich fast immer später auf 3:2 geschnitten. Inzwischen habe ich 3:2 an der Kamera eingestellt, das wird auch auf die RAW’s angewendet, allerdings verliere ich von den ohnehin schmalen 15,9 Megapixeln nochmal 1,8 Mio., so dass ich am Ende mit gut 14.1 Megapixeln fotografiere. Das ist ok, aber für ganz große Beschnitte (Quer- auf Hochformat und umgekehrt) ist dann wenig Luft, da bin ich von den 24 MP meiner 5DIII natürlich verwöhnt.

Bildqualität

Auch hier überschlagen sich ja einige Marketingstrategen: „Besser als jede DSLR“ ist noch das Bescheidenste, was man so hört. Ehrlich? Die Bildqualität ist bei allen ernstzunehmenden modernen Kameras über jeden Zweifel erhaben, im Labor lassen sich sicher irgendwo Unterschiede finden, aber die digitale Fotografie ist aus den Kinderschuhen heraus und was heute aus den Kameras kommt (egal ob JPEG oder RAW) ist so was von in Ordnung, dass wirklich nur Spezialisten noch die Unterschiede sehen und brauchen.

Die Bildqualität der Oly ist klasse, keines meiner Brautpaare wird sehen, ob ihre Fotos mit der Oly oder der Canon gemacht sind, denn ich mache Gebrauchsfotografie, ich halte Erinnerungen fest, die sich nicht in Farbtiefe, sondern in Gefühlstiefe bemessen. Meine Ausführungen zu diesem Thema findet Ihr übrigens hier.

Ebenso verhält es sich mit dem Rauschen: Ja, der kleine Sensor rauscht trotz der bescheidenen 16 MP mehr als mein 24 MP-Vollformat-Sensor der 5DIII oder der 6D. Das wusste ich vorher und möglicherweise macht das die Oly nicht zur Nummer 1 in schummrigen Kirchen. Trotzdem sind 1600 und auch 3200 ISO nutzbar und in Lightroom korrigierbar. Das ist eben eine wesentliche Einschränkung dieser Kamerasysteme. Zum Teil wird dieses Manko durch den Bildstabilisator ausgeglichen, der mir wiederum Belichtungszeiten erlaubt, bei denen ich mit meiner 5DIII die Grätsche machen würde. 1/20 sek. aus der Hand mit 3 Kilo funktioniert eben nicht. Die paar ISO-Stufen, die ich an der Canon dort zusätzlich habe kann ich mit dem Stabi der OM-D E-M1 ausgleichen. Ich werde es demnächst testen. 90% meiner Fotos entstehen aber eben bei ISO-Werten bis 800 und da muss sich die Kleine nicht verstecken.

Objektive und Zubehör

Ein Argument für die Oly war das reichhaltige und unter dem Strich preiswertere Objektiv-Angebot. Ich habe das Kit mit dem neuen, wassergeschützten 12-40mm 2.8 PRO genommen, weil ich in den Urlaub nur noch eine Kombi mitnehmen möchte. Das Zoom wäre ohnehin irgendwann gekommen, auch wenn es nicht meine Hauptlinse werden wird. Mittelfristig werde ich einen Festbrennweiten-Park aufbauen bestehend aus dem 17mm 1.8, dem 45mm 1.8, dem 75mm 1.8 sowie einem UWW, vermutlich dem Panasonic 7-14mm 4.0. Das 45mm 1.8 habe ich mir bereits geholt, es ist ein lächerlich kleines, leichtes Plastikteil, das geile Bilder macht. Es ist die ideale Porträtbrennweite, mit rund 260,- gut bezahlbar und passt in jede Tasche. Es eröffnet Euch die Welt von f 1.8 mit Freistellung und toller Schärfe bei Offenblende. Auch sonst sind die Preise deutlich günstiger als im Vollformat, letztlich auch ein Argument gegen die Fuji, wo fast alles Objektive zwischen 900,- und 1000,- € liegen. Da geht bei Olympus alles schon bei 400,- bis 500,- los.

Da die Oly für mich ein Schritt hin zu weniger Equipment ist, werde ich mir vermutlich nicht so wahnsinnig viel Zubehör dafür kaufen. Vielleicht noch einen Blitz?

Fazit

Zwei Fragen bleiben: Bist Du zufrieden mit der Oly und verkaufst Du nun Dein Vollformat-Equipment, so wie es andere schon getan haben? Die Antwort ist ein entschiedenes Jein.

Die Oly ist klasse! Sie macht, was sie soll. Sie liefert tolle Bilder und entlastet mich mit vielen kleinen Dingen beim Fotografieren. Ich kann mich mehr auf meine Motive konzentrieren, habe nicht so einen Riesenbrocken vor meinem Gesicht, schleppe mich nicht tot und löse mich von der Vorstellung, nur mit Koffern voller Equipment könne man gute Fotos machen. Sie befreit mich, macht mich flexibel, beweglicher und kreativer. Das wollte ich. Insofern hat sie meine Erwartungen, die ich eingangs formuliert habe, voll erfüllt.

Ich möchte aber auch nur noch in Ausnahmefällen mit meinem Monster-Doppelgurt mit 10 Kilo Vollformat-Gedöns auf einer Hochzeit herumspringen. Und hier kommt die Einschränkung: Ich weiß nicht, ob das klappt. Ich weiß nicht, wie die Kamera sich in dunklen Kirchen schlägt, vielleicht möchte ich doch auf den schönen Look von 35mm und Blende 1.4 am Vollformat nicht verzichten, kurzum: Ob die Kompromisse der Oly ihre unbestreitbaren Vorteile „auffressen“, werde ich erst in den nächsten Wochen herausfinden, wenn ich die Kamera auf den nächsten drei Hochzeiten mit dabei habe. (Der zweite Teil dazu ist inzwischen fertig, ihr findet ihn hier)

Zur Zeit möchte ich -auch aus Sicherheitsgründen gegenüber meinen Kunden- nicht auf die Canonen verzichten und werde damit auch überwiegend fotografieren, aber ich werde die Kleine immer dabei haben, nutzen und dann zu Hause in Ruhe vergleichen und Bilder anschauen. Sollte ich komplett wechseln und nur noch mit zwei E-M1 meine Hochzeiten fotografieren, werde ich Euch berichten. Für Porträt-Shootings nehme ich sie allerdings nur noch, hier weiß ich, was auf mich zukommt und kann das besser steuern. Hier noch ein paar Fotos aus dem Shooting mit Lena.

Hinterlasst gerne Eure Kommentare, soweit möglich beantworte ich auch Eure Fragen!

(Hier gehts zum zweiten Teil!)

About the Author:
Hat Geschichte studiert und will mit Bildern Geschichten erzählen. Wenn er fotografiert ist er glücklich, wenn die Fotografierten glücklich sind, ist er erst recht glücklich. Autodidakt mit aktueller Tendenz zum Weniger ist Mehr.


32 Comments:

  1. Johannes Fenn
    September 28, 2014

    Du hast einen subjektiven, ehrlichen und dennoch nicht einseitigen Bericht geschrieben.

    So sehr ich davon träume, bei meiner Arbeit als Hochzeitsfotograf abzuspecken, vor allem wenn ich mich am Tag danach wie durch den Fleischwolf gedreht fühle, habe ich mich durchgerungen, nicht auf die Vollformat-Spiegelreflex zu verzichten.
    Das hat verschiedene Gründe:
    – Es stimmt nicht, dass man Vollformat-Bilder im Endergebnis nicht unterscheiden kann von Bildern, die von einem kleinen Sensor stammen. Der Look von Vollformat ist unverkennbar und einzigartig.
    – Ich kann mich an den elektronischen Sucher nicht gewöhnen. Ich brauche den direkten Blick auf mein Motiv. Der künstlich erzeugte hemmt meine Kreativität.
    – Ich brauche bei Hochzeiten regelmäßig die 6400 ISO. Meine D4S läuft in diesem ISO-Bereich erst zur Höchstform auf. Wenn ich manchmal bei einem Bild, das mir besonders gefällt, auf die Exifdaten schaue, sehe ich da die 6400 ISO.

    Natürlich will ich nicht nur vom Abspecken träumen, sondern es tatsächlich umsetzen. Werde die D4S gegen die D750 tauschen und das 2.8/70-200 gegen das 4/70-200. Und schon habe ich über 40 % an Gewicht gespart ohne nennenswerte Qualitätseinbußen.

    • Matthias Fischer
      September 28, 2014

      Hallo Johannes, danke für Deine Kommentar. Ich bin mit dir einer Meinung, dass man den Unterschied zwischen Vollformat und MFT sieht. Ich glaube nur, die Kunden sehen ihn nicht, wenn es keime Profis aus dem Imaging-Bereich sind. Viel Spaß übrigens beim „Abspecken“….

    • GMB
      September 30, 2014

      Der Look von Vollformat ist unverkennbar und einzigartig? Du hast wohl noch nie mit „richtigen“ Kameras fotografiert, sondern nur mit Kleinbild-Amateur-Formaten 😉 😉

    • Matthias Fischer
      September 30, 2014

      Wen meinst Du damit jetzt?

    • GMB
      Oktober 01, 2014

      Na denjenigen, der geschrieben hat, dass der Look von „Vollformat“ so einzigartig wäre;)

  2. Günter Weber
    September 28, 2014

    Sehr guter Bericht. Deckt sich mit meinen Erfahrungen. Ich habe bis auf die erste Reportage in diesem Jahr alle weiteren Hochzeitsreportagen nur noch mit den OM-D EM5 fotografiert und alles was ich an Canon DSLRs und Objektiven hatte verkauft.

    Etwas Umgewöhnung aber nach und nach machte es mir immer mehr Spaß mit den Kleinen und meinen Brautpaaren fehlt nichts.

    Ein wenig trauere ich meinem Canon 85L nach aber das wird bald Tuch das Panaleica Nocticron 42.5/1.2 ersetzt.

  3. DonParrot
    September 28, 2014

    Klasse Bericht aus der Praxis.
    Und auch noch sehr unterhaltsam geschrieben.
    Ich bin begeistert!

  4. Anette
    September 28, 2014

    Hallo Matthias,

    danke für den ausführlichen Bericht!

    Ich denke schon länger über einen Umstieg nach, inspiriert u.a. durch Paddy 😉

    Das einzige, was mir echt Bauchschmerzen bereitet: Die Olympus besitzt nur einen Kartenslot, oder? Es ist einfach so beruhigend, wenn man immer doppelt RAW speichern kann.

    LG
    Anette

    • Matthias Fischer
      September 28, 2014

      Hallo Anette, ja, das ist richtig, zwei Slots wäre schöner, aber früher hat man mit einem (!) Film fotografiert… Ging auch irgendwie.

      LG
      Matthias

  5. Kai-Uwe
    September 28, 2014

    Danke für den erfrischend pragmatischen, unreligiösen Bericht!

  6. Johannes Fenn
    September 28, 2014

    Du hast recht, die meisten Kunden sehens nicht. Aber die sehen auch vieles Anderes nicht, was mir wichtig ist und wo ich viel Mühe investiere. Im Grund fotografiere ich aber bei Auftragsarbeiten in erster Line „für mich“.

  7. Marko Fischer
    September 29, 2014

    Sehr objekiver Bericht! Weit weg vom üblichen Gezanke wegen dem letzten Quäntchen Freistellung.
    Weiterhinh viel Spaß beim Fotografieren.

  8. Harald
    September 29, 2014

    … klasse Artikel – ich habe auch gerade denselben Status – eine OM-D und eine a99 von Sony.
    Meine letzte Hochzeit habe ich ca. 60% VF und 40%MfT fotografiert.
    … ich beobachte mich noch etwas weiter 🙂

    grüßle von harald aus Filderstadt

  9. Stephan
    September 29, 2014

    Hallo,

    Du triffst es genau auf den Punkt. Ich recherchiere seit Wochen und habe bezügl. aller oben genannten Kameras mir die gleichen Gedanken gemacht und zum selben Ergebnis gekommen.

    Aus diesem Grund ist meine Entscheidung auch auf das OMD System gefallen. Ob EM-1 oder „nur“ EM-10 weiß ich noch nicht. Mir reicht das Kit-Obj., da eh nur Festbrennweiten ran kommen 😉

    Mein Canon’s werden meinen Canon’s bleiben. Definitiv.

    Ich wohne im Grenzgebiet (zur CZ) und hier kommen Diebstähle während Shootings schon mal vor. Kollegen sind schon die gesamten Kamerataschen gestohlen worden. Um meinen Manfrotto-Galgen mache ich mir keine so großen Gedanken.

    Mir schwebt hierfür noch ein Cosyspeed Gürtel vor.

    Aber danke, Dein Artikel hat mich bestärkt, in das OMD-System zu investieren.

    LG Stephan

  10. Werner Buhk
    September 30, 2014

    Für mich ist diese Vergleicherei zwischen den Systemen langsam etwas abgedroschen. Wer sich ein wenig mit Optik beschäftigt wird wissen, wo die verschiedenen Systeme und Sensorgrößen ihre spezifischen Vorteile (& Nachteile) haben. Für Hochzeit-, People-, Street-, … zählt doch die Aussage und emotionale Wirkung mehr als Bildrauschen. Freistellung ist auch mit kleinem Sensor und event. einer (2x) Vergrößerungslinse machbar. Aber eines haben alle gemein, ohne Licht geht’s halt nicht.

    • Matthias Fischer
      September 30, 2014

      richtig!

  11. Sascha Z.
    September 30, 2014

    Vielen Dank für deine Einschätzung der Kamera. Ich habe schon seit 2 Jahren die E-M5 und bin froh über die kompakten Ausmaße und absolut zufrieden mit der Qualität. Die Kamera nimmt man auch mit, wenn die Spiegelreflexkameras zu schwer ist.

    Zum Thema Vollformat:
    Das Marketing Vollformat hat nur 35mm. Nen halber Kinofilm. Früher als Miniformat verschrieen, mit dem niemand ernsthaft fotografieren kann.
    Wer mal mit ner Pentax 645 fotografiert hat lacht über VF. VF über mFT usw.

  12. Ralf Badera
    Oktober 02, 2014

    Interessanter Bericht. Ich kenne auch weitere Berichte zur Olympus, auch von anderen Hochzeitsfotografen. Scheint eine Art Trend zu sein, Hochzeiten vermehrt mit der OM-D zu fotografieren, was ich durchaus nachvollziehen kann. Allerdings frage ich mich, wie ein kompletter Umstieg realisierbar ist:
    1. Kann die OM-D wirklich in dunklen Kirchen bestehen? Der Stabi hilft ja nicht viel, wenn mit 1/8s fotografiert werden muss.
    2. Fotografiert Ihr nur Hochzeiten und Portraits? Ich habe z.B. gedanklich noch ein Problem damit mir vorzustellen, wie sich die OM-D bei Landschaften schlägt, die ich nur zu gerne mit FX und 14-24 fotografiere. Was macht Ihr, wenn mal Brennweiten von 200mm oder mehr gefordert sind (Tiere oder auch Natur)?

    • Matthias Fischer
      Oktober 06, 2014

      Hallo Ralf,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Zu deinen Fragen: der Stabi hilft wirklich, auch bei 1/8 sek. Ich habe nun meine erste Hochzeit fotografiert, zwar ohne Kirche, aber abends mit Barbecue. Soweit ich einen ersten Eindruck wiedergeben kann: Man kann wirklich sehr lange aus der Hand fotografieren. Wenn ich die Oly das erste Mal in der Kirche getestet habe, werde ich noch ein Update schreiben. Zu der anderen Frage: Ich denke, gerade bei Landschaften spielt die Oly ihren Sensor aus: die große Tiefenschärfe steht Dir auch schon bei offenen Blenden zur Verfügung und mit dem 7-14 bzw. 9-18 von Oly und Panasonic stehen auch wirklich gute UWW für mFT zur Verfügung. Im Telebereich hat Olympus gerade mit dem Zuiko 40-150 2.8 ein abgedichtetes, lichtstarkes Telezoom vorgestellt, das KB-äquivalent 300mm abbildet, ausserdem gibt es noch das 75 1.8., das Dir umgerechnet 150mm mit 1.8 liefert. Kurzum: es ist alles da, in meinen Augen der entscheidende Vorteil von mFT gegenüber Fuji X. Ich hoffe, das hat Dir weitergeholfen.
      Liebe Grüße
      Matthias

  13. Arno P.
    Oktober 03, 2014

    Danke für dein erstklassigen und sehr sinnvollen Bericht. Das erleichtert mich erheblich den schmerzlichen Abschied von Nikon DX-System und Wechsel zur mft-System. Auf Dauer, besonders im tagelangen Ausflüge ist mit DSLR schon belastend und sperrig. Und durch Sucher von Nikon 1 V1 komme ich deutlich besser klar als den guten optischen Sucher von D7000.

    Da der Nikon immer noch stur auf DSLR-System und relativ zu kleinen Bildsensor von Nikon 1 festhalten, bin ich daher gezwungen meine langjährige Nikonsystem zu verabschieden.

    Also nochmal, wirklich tolles Bericht! Hut ab!

  14. C.Feldhaus
    Oktober 03, 2014

    Toller Bericht, klasse und informativ geschrieben!

    Und – ich bin seeeeehr gespannt, wie Du Dich mitel-oder langfristig entscheidest!

  15. Heinrich
    Oktober 03, 2014

    Schöner Bericht. Und ich kann es nachvollziehen. Habe alle canon-L- Objektive und KB- Kameras abgestossen und bin komplett auf MFT umgestiegen- ohne Einbußen.

    „h habe z.B. gedanklich noch ein Problem damit mir vorzustellen, wie sich die OM-D bei Landschaften schlägt, die ich nur zu gerne mit FX und 14-24 fotografiere. Was macht Ihr, wenn mal Brennweiten von 200mm oder mehr gefordert sind (Tiere oder auch Natur)?“
    Mittlerweile gibt es genügend Objektive die das können.

  16. Joachim
    Oktober 03, 2014

    Ein sehr guter und ausgewogener Bericht.
    Vielen Dank dafür!
    Viele Grüße
    Joachim

  17. Jörg
    Oktober 05, 2014

    Danke für Deinen tollen Erfahrungsbericht. Ich schwanke auch zwischen Fuji und Olympus, wobei das Format und das Bedienkonzept für Fuji, die Optikpreise und auch die Größe der Pro-Optiken für Oly sprechen. Da ich auch aus der analogen Zeit stamme ist das 3:2 Bildverhältnis in mein Hirn gebrannt und (ausser bei Hochformat) mag ich es auch lieber als 3:4.

    Mich würde daher interessieren, wie gut Du mit dem Beschnitt in der Kamera direkt klarkommst und ob es sich stark auf die Qualität der Bilder auswirkt.

    • Matthias Fischer
      Oktober 06, 2014

      Hallo Jörg,
      danke für Deinen Kommentar. Ich merke, dass ich in der Tat da 4:3 im Hochformat langsam zu schätzen lerne. Im Querformat liegt es mir nicht so, aber ich denke, wie vieles an der Oly, ist auch das etwas Gewöhnung. Mal sehen, wie es nach ein paar Monaten aussieht…

      Viel Spaß mit der „Neuen“, egl, welche es wird…
      Matthias

  18. Thomas
    Oktober 09, 2014

    Seit einigigen Wochen bin ich nun E-!0 Besitzer und habe sie ebenfalls parallel zum Canon System eingesetzt. Nach einigen Versuchen sogar bei den besonders kritischen Situationen der Hochzeit wie Einzug des Brautpaares, Ringtausch, Gesamtüberblick in der Kirche..usw. In allen Situationen hat sie sich bewährt denn es gibt noch ein starkes Argument für die Olympus: Die geringere Lautstärke! Selbst im gedämpften Modus ist der Spiegelschlag meiner 5er MKIII deutlich zu hören. Da kann ich mit der E-10 beruhigt auf Serienbild bleiben, ohne mir die Blicke der Gäste zuzuziehen. Wenn ich vor der Trauung oder gegen später Portraits der Gäste mache, dann werde ich auch nicht schon von weitem als „Fotograf“ erkannt, sondern kann mich da besser verstecken, was natürlichere Portraits ermöglciht.
    Die Canon nütze ich für Paarfotos, Gruppenbilder, Tanzszenen etc. und will da auch nicht drauf verzichten. Insgesamt gesehen war das eine meiner besten Investitionen seit langem, die mir Bilder ermöglicht hat, die mit der Canon nicht gemacht hätte.

  19. Andreas
    Oktober 01, 2015

    Hallo Mathias,
    hi Leute,

    sehr schön geschriebener Bericht. Ich teile viele der Ansichten. Insbesondere die in Bezug auf das Gewicht. Aber auch sonst bin ich mit der Olympus sehr zufrieden,
    auch weil die Menüführung m. A. nach so einfach ist.

    Kenne aber bisher nur die EM1 und die Pana G5, sowie deren MFT Objektive. Der Unterschied EM1 und G5 sind schon Welten! Alleine die Qualität der Bilder.

    Heute habe ich mir das erste mal eine Nikon d750 gekauft und bin mal gespannt, ob ich einen Unterschied Vollformat zu MFT sehen kann. Bzw. wie das Handling ist.

    Ne schööne Jrooß
    Andreas

  20. Andreas
    Oktober 14, 2015

    Hi Leute,

    in der Hoffnung, dass hier noch jemand mitliest möchte ich nochmal kurz meinen Vergleich zwischen den beiden Kameratypen beschreiben.

    Natürlich ist die Nikon schwerer und die Olympus handlicher. Aber der Bildervergleich ist der Hammer. Ich habe mehrere Bilder mit gleicher Brennweite und unter gleichen Bedingungen gemacht. Aus meiner Sicht sind die Bilder der Nikon wesentlich schöner, heller und wärmer. Die Olympus-Bilder sind im Vergleich irgendwie kälter. Auch nachdem ich die Olympus umgestellt habe komme ich zu dem Fazit, dass die Bilder der Nikon wesentlich besser sind. Zudem bin ich vergangenes Wochenende mit der Nikon 4 Std. über Stock und Stein. Der Tragegurt der Nikon haftet an der Kleidung wie ein Klebstoff. Der Gummi ist weicher und griffiger als der Gummi am Tragegurt der Oly. Ich habe die Nikon d750 trotz des höheren Gewichtes kaum gespürt. Man kann sie sogar an einer Schulter tragen, ohne dass sie runter rutscht. Das hat das die Tour sehr erleichtert. Die Olympus musste ich immer quer über dem Kopf tragen weil der Gurt immer von der Schulter gerutscht ist.

    Aber der große Unterschied liegt wie gesagt bei den besseren Bilder. Und das, obwohl ich bei der Nikon das 24-120 1:4G drauf hatte. Alle Bilder waren heller und schöner.
    Ich habe mich nun entschlossen mein mft-Equipment zu veräußern und die Nikon zu behalten.

    Soweit meine Erfahrungen

    Viele Grüße
    Andreas

  21. Alfons Conrad
    November 21, 2015

    Ich tue mich sehr schwer in der entscheidung zwischen einer M1 und einer M 5 Mark II. Gibt es da vernünftige Argumente ?

    Danke im voraus

    • Matthias
      November 22, 2015

      Hallo Alfons,

      ich denke, ich würde mich genauso schwer tun. Als ich die 1er kaufte, kab es die 5II noch nicht. Da war die E-M1 definitiv das bessere, wenn auch teurere Modell. Da ich mit der E-M1 absolut zufrieden bin, habe ich den Markt nicht mehr so verfolgt und kann Dir da nicht wirklich eine Entscheidungshilfe geben. Wenn es kein Killerfeature für eine der beiden gibt, sollte der Preis entscheiden…

      Liebe Grüße
      Matthias

  22. Dipl.-Ing. Kurt Löw
    April 13, 2016

    Hallo Matthias,

    hoffentlich akzeptieren Sie meine Fragen. Ich bin Architekt und habe an der Technischen ‚Hochschule München auch Architekturfotografie gelernt, Habe über 25 Jahre mit einer Einhof Technika 4×5″ fotografiert. Seit 8 Jahren jedoch arbeite ich mit einer Nikon D700 und einer Sigma DP1. Nun steht der Kauf einer neue Kamera an, die mir bei Personen, Personengruppen und Landschaften behilflich sein sollte. Dass die Olympus mit ihrem Sensor mir Vorteile bei Personen und Personengruppen in den verschiedensten Situationen bieten würde, das weiß ich mittlerweile.

    Olympus würde mir vom Design her und von den inneren Werten her gefallen. Aber, kann ich ein MFT-RAW Bild wie auch immer auf DIN A2 drucken?? Kommt da noch etwas Gutes heraus?

    Darf ich bitte diese Frage an Sie richten?

    Beste Grüße
    Kurt

    • Matthias
      April 14, 2016

      Hallo Kurt,

      danke für Deine Frage, die vielleicht von allgemeinem Interesse ist, deswegen beantworte ich sie gerne hier nach bestem Wissen und Gewissen:

      Vorab: drucken würdest Du nie das RAW, sondern immer ein jpeg, dass Du z.B. per Lightroom aus dem RAW entwickelst. Dem RAW fehlt es immer an Schärfe und meist noch an ein paar anderen Dingen (Kontrast etc.) die Du ihm in einem entsprechenden RAW-Konverter wie Lightroom mitgibst. Das fertige JPEG hat dann allerdings die gleichen Abmessungen wie das RAW, im Falle der Olympus OM-D E-M1 4608 x 3456 Pixel. Diese Pixel verteilen sich als Druckpunkte auf Deinem Papier, leider nicht gemessen in Punkte/Zentimeter, sondern Punkte/Inch (dots per inch, dpi).
      Die Druckqualität hängt dann u.a. von den dpi ab. Herausragende Ergebnisse erreicht man mit 300dpi, aber auch darunter kann man sehr gute Ergebnisse erzielen, z.b. mit 160 oder 200 dpi.
      Zurück zu unserem Bild: Verteilt man 4608 x 3456 Pixel mit 300 dpi auf einem Blatt, dann erreicht man an der langen Kante 4608/300=15,36 Inch, das entspricht 39,0144cm (1 Inch=2,54cm) An der kurzen Kante entsprechend 29,2608cm. Dein Blatt dürfte bei einer Druckqualität von 300dpi maximal die Maße 39*29cm haben. Reduzierst Du die Druckqualität auf 160 dpi lautet die Rechnung demenstprechend 4608/160*2,54=73,152cm (bzw. an der kurzen Kante 3456/160*2,54=54,864cm).

      Welche Druckqualität für Dich ausreichend ist, kannst Du nur selbst entscheiden. Bei mir hängt ein 1m breites Bild im Flur, das ich vor Jahren mit 10MP aufgenommen und dann noch beschnitten habe. Ich finde es ok, auch wenn ich ein ähnliches habe, dass aus drei Einzelbildern mit 24 MP bestand und das natürlich schärfer und detailreicher ist. Es hat etwas mit dem Abstand zu tun und auch ein wenig mit dem Motiv. Am besten, Du lädst Dir bei Olympus mal ein Testbild in höchster Auflösung herunter und druckst es mal mit unterschiedlichen Formaten. Du wirst überrascht sein, was alles noch „scharf“ aussieht. Solltest Du Dir die Kamera dann kaufen wollen, schau mal hier, ich verkaufe meine gerade.

      Ich hoffe, ich konnte Deine Frage beantworten?

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Fotografieren!

      Matthias


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